Are you sure?

Ich wohne zwar auf der anderen Seite der Hermannstraße, bin aber sehr gern im Schillerkiez: zum Essen, auf ein Getränk, oder auf dem Weg zum Tempelhofer Feld. Ich kenne den Kiez deshalb vor allem aus meinem Alltag als Nachbar und Besucher.

Fünf Dinge würde ich hier gerne voranbringen:

1. Das Tempelhofer Feld bleibt frei: Das Feld darf nicht bebaut werden. Berlin kann seinen Wohnungsbau an anderen Orten voranbringen. Stattdessen sollten wir das Feld als Erholungs- und Freiraum weiterentwickeln, z.B. mit mehr Bäumen und Schatten, damit es auch an heißen Tagen ein guter Ort für alle bleibt.

2. Mehr Platz für Anwohner:innen. In benachbarten Kiezen hat die Parkraumbewirtschaftung den Parkdruck und den Parksuchverkehr spürbar reduziert. Das brauchen wir auch im Schillerkiez, insbesondere am Wochenende, wenn viele Besucher:innen des Tempelhofer Feldes mit dem Auto kommen. So können dann einzelne Stellplätze auch zu begrünten “Parklets” mit Sitzbänken werden, die zum Verweilen ohne Konsumzwang einladen.

3. Kopfsteinpflaster abschleifen. Das Abschleifen vom Kopfsteinpflaster am Herrfurthplatz hat den Lärm reduziert und das Radfahren angenehmer gemacht, ohne den historischen Charme des Platzes zu verlieren. Diesen Weg sollten wir auch bei anderen Straßen im Norden Neuköllns gehen.

4. Müll dorthin, wo er hingehört. Ein fußläufiger Kiez-Recycling-Point nach dem Vorbild Oslos, rund um die Uhr per App oder Zugangskarte zugänglich, würde die Entsorgung von Sperrmüll erleichtern und verhindern, dass dieser einfach auf der Straße landet. Dazu brauchen wir mehr Mülleimer, Anreize für die richtige Entsorgung und häufigere Reinigung.

5. Der Kiez entscheidet mit. Nach dem Vorbild von Paris möchte ich ein Kiezbudget, über das die Menschen vor Ort selbst entscheiden. Die Menschen, die hier leben und ihren Alltag hier verbringen, wissen am besten, was der Kiez braucht. Demokratie sollte nicht heißen, einmal alle fünf Jahre ein Kreuzchen setzen, sondern regelmäßige echte Möglichkeiten, den eigenen Kiez mitzugestalten.


Kontakt: matt.bristow@volteuropa.org

Gastbeitrag im Rahmen der Einladung an alle Direktkandidat:innen demokratischer Parteien im Wahlkreis Neukölln 2. mahalle.digital ist überparteilich.